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infomaden im EKH / portiersloge ------------------------------------------------------------------------------
Bücher ausborgen, oder dort lesen!
Mehr als 5.000 Bücher zu verschiedensten Themen
Im Erdgeschoß des EKHs, in die Räume der Infomaden integriert, gibt es eine kleine aber feine Bibliothek mit mehr als 5.000 Büchern zu den verschiedensten
(linken) Themen, darunter auch vergriffene Raritäten. Unter anderem findet ihr dort Bücher zu: Nationalsozialismus, Faschismus,Holocaust, Neofaschismus, die neue Rechte, Antifa, Feminismus, Frauenbewegung, Spanischer Bürgerkrieg, Anarchismus, Hausbesetzung, soziale Bewegungen, Widerstand, bewaffnete Kämpfe, Justiz, Arbeit, Faulheit, Sozialismus, Kommunismus, politische Theorien, Existenzialismus, Ökologie, RäuberInnen, PiratInnen, Belletristik, Satire, ... u.v.m
Neuer Online-Katalog! (wird laufend erweitert)
Wir haben gemeinsamen mit der Bibliothek von unten einen Online-Katalog.
Alle Bücher mit Systematik bzw. Hauptstandort: "EKH" sind in der BibliothEKH zu finden, alle mit Standort "Bibliothek" stehen in der Bibliothek von unten.
Webadresse des Katalogs: www.biblioweb.at/bibliothek-vonunten/
Neue Bücher in der BibliothEKH! II
Nach der Vorstellung zweier neuer Bücher aus der Kategorie Anarchismus folgen nun zwei, die ihr unter der Rubrik Feminismus finden werdet.
Das Buch von Melanie Groß mit dem Titel - Geschlecht und Widerstand; post../ queer../ linksradikal../ - erklärt auf eindrucksvolle Weise die verschiedenen Ansätze und ihre historischen (theoretischen) Zusammenhänge. Im Konkreten handelt es sich dabei um zwei Richtungen.
Jene, die auf struktureller Ebene die sozial-ökonomische Kategorie Frau als zentrales Element betrachtet. Dadurch kann die Diskriminierung von Frauen durch patriarchale Dominanz- und Herrschaftsformen, im politischen, beruflichen und gesellschaftlichen Bereich, (theoretisch) erfasst und kritisiert werden..
Die Kritik an diesem Ansatz kam zumal aus der postkolonialen und quereren Theorieecke, um Ungleichheiten unter Frauen, aufgrund von ethnischer Unterschiede und Klassenzugehörigkeit zu thematisieren, sowie eine Perspektive der Zweigeschlechtlichkeit generell in Frage zu stellen. Denn das andere Geschlecht Frau verweist auf die Kategorie Mann und deren heteronormative Dominanz. Was wiederum nicht weniger als den Ausschluss all jener „Geschlechter“ und sexuellen Orientierungen nach sich zieht, die nicht in die beiden Kategorien passen. Dieser sogenannte poststrukturalistische Ansatz bezieht sich dabei auf die symbolisch-kulturelle Ebene. Die Kategorien werden nicht als naturgegeben hingenommen, sondern durch permanente Anrufung, Bezeichnung und Definition, also durch die Sprache, werden die beiden Geschlechter hervorgebracht.
Dass diese beiden Ansätze sich konträr gegenüber stehen, beschreibt kurz das theoretische Dilemma. Melanie Groß versucht jedoch einen recht einfachen Ausweg aus diesem Dilemma zu weisen, indem sie sich fragt: Welche gesellschaftlichen Verhältnisse Anlässe für feminisitsche Interventionen sind, wie feministische Interventionen theoretisch begründet werden können und mit welchen Theorieansätzen welche Form feministischer Kritik formuliert werden kann.
Diese Frage versucht sie im zweiten Teil das Buches dahingehend zu beantworten, indem sie sich die Praxis feministischer Gruppen in der autonomen Szene anschaut.
In den konkreten politischen Handlungen und Aktionen, werden oftmals trotz der theoretischen Differenzen, praxisbezogene Lösungen gefunden. Denn im politischen Agieren sollte es vielleicht weniger um ein „entweder oder“, sondern um ein „sowohl als auch“ gehen. Nur so können Machtformationen auf unterschiedlichen Ebenen angegriffen werden.
Und von solch einem Angriff oder Aufbruch berichtet das zweite Buch.
Ende der 80er Jahre entstand in der USA die „riot grrl“ Bewegung als Kampfansage an die männlich dominierte Musikszene. Gleichzeitig als Selbstermächtigung wütender Frauen/Lesben/Mädchen/Transgender die Bühne für sich zu erobern. Viele der Bands kamen aus der Punk-Hardcore diy Szene und sie brachten ein neues Selbstbewusstsein und Radikalität zum Ausdruck.- wütend, laut, radikal feministisch.
Den HerausgeberInnen Katja Peglow, Jonas Engelmann gelingt es in dem Buch „Riot Grrrl Revisited; Geschichte und Gegenwart einer feministischen Bewegung“ darüber einen guten Einblick zu geben. Neben den riot grrrl Manifest von der Band Bikini Kill, sind etliche Essays und Interviews von Akteurinnen zu finden,... (um hier den deutschsprachigen Sprachraum etwas mehr Platz zu geben; da dort die riot grrrls gegen die in der Popwelt glänzenden girlies kaum mehr platz hatten)... wie jenes mit der Hamburger Band „Parole Trixi“ wie auch ein Interview mit der Autorin im oben erwähnten Buch, Melanie Groß, die bei der Organisation des ersten Ladyfests in Hamburg mitwirkte. Somit schließt sich der Kreis auf sehr einfache Weise und der BiblitothEKH bleibt nur mehr zu sagen: Kommt vorbei – jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr – und viel Spaß beim Lesen!
Neue Bücher in der BibliothEKH! I
Der Bestand unserer Bibliothek wird nicht nur laufend erweitert, sondern wir arbeiten auch an der Erfassung unserer Bücher im Online-Katalog, den wir gemeinsam mit der Bibliothek von unten betreiben - siehe: http://www.bibliothek-vonunten.org/Katalog.htm
Nun zu den zwei Büchern , die ganz frisch und neu, in unserern Regalen zu finden sind: Zunächst das aktuelle und vor kurzem in der Anarchistischen Bibliothek präsentierte Buch, über die „Begegnung feindlicher Brüder“ Hg. Phillipe Kellermann. Worum es dabei geht, ist „das Verhältnis von Anarchismus und Marxismus in der Geschichte der sozialistischen Bewegung“, aus unterschiedlichen Perspektiven zu erfassen. Nachzu lesen sind neben dem bekannten historischen hick-hack zwischen Bakunin und Marx, die eigentliche Marxsche Staatskritik, sowie Georges Sorels revolutionärer Syndikalismus oder die Position Gramscis zum Anarchismus. Politisch – theoretische Strömungen wie der Rätekommunismus oder der Postoperaismus, denen jeweils ein Beitrag gewidmet ist, verweisen mehr auf die verbindenden Elemente . Eine meist ausgeblendete Perspektive bietet der sehr spannende und wichtige Beitrag von Antje Schrupp. Denn aus dem vermeindlichen Brüderpaar wird, wenn die Frauenfrage, die feministischen Forderungen und Beteiligungen von Frauen, im 19. Jahrhundert, nicht ausgeblendet werden, eine Vielzahl an (teilweise verfeindeter) Geschwister...
Als ein anarchistischer Klassiker aus dem tiefen 19ten Jahrhundert, gilt das Buch von Peter Kropotkin „Gegenseitige Hilfe in der Tier und Pflanzenwelt“. Der Trotzdem Verlag hat dieses Jahr das Buch neu aufgelegt, vielleicht als Gegenmittel für die weit verbreitete Behauptung, die meint, „die Menschen san halt amal so..“ - gemeint ist dabei,„de san egoistisch, grauslich, z‘deppat“,.. usw.). Kropotkin richtet sich in diesem Buch gegen einen vielfach propagierten Sozialdarwinismus und argumentiert, dass in Natur und Gesellschaft keineswegs nur ein Kampf aller gegen alle stattfindet, sondern dass ebenso ein Prinzip obwaltet, das er „gegenseitige Hilfe“ nennt. Er kommt zu dem Schluss, dass jene Lebewesen erfolgreicher überleben, die dieses Prinzip umsetzen. Er illustriert seine Thesen nicht nur auf gelehrte Weise anhand von Quellen aus Biologie, Geschichts- oder Kulturwissenschaft der damaligen Zeit, sondern fügt auch eigene Beobachtungen an, die er auf seinen zahlreichen Reisen gemacht hat.
Wer Geschmack und Lust bekommen hat mal in der BibliothEKH vorbei zu schauen, sich eines der beiden oder andere Bücher auszuborgen: geöffnet ist die BibliothEKH jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr, Eingang Infomaden. Anschließend gibt es einen themenbezogenen
Büchertisch, beim Politbeisl.
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