rapidite 06/18 ekh im Juni 2018

 

zur geschichte >>> SONDERRAPIDITÈ 10 jahre ekh // juni 2000

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artikel, texte, aufrufe:

> Über die Räumung der Schachtel

> zur eigenen geschichte: Eva Kotchever

> “MARSCH FÜR DIE FAMILIE” DIE HÖLLE HEISS MACHEN!

>Frankreich: Bilanz der Woche vom 23. – 29 April 2018
Zad von Notre Dame des Landes – Polizeiarbeit verletzt!


> Über die Razzien im Kalabal!k und bei vier Privatwohnungen in Berlin


Die Rapidite gibts auch auf oldschool-papier, gratis, jedoch hoffentlich nicht völlig umsonst zugeschickt. Schreibt uns einfach ein mail mit eurer adresse an:
rapidite[at].med-user.net, subject: rapidite

 

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Über die Räumung der Schachtel


Nach einer großartig besuchten 1. Mai-Party in der Mayssengasse 3 blieb das liebevoll „Schachtel“
genannte Haus beinahe eine Woche lang besetzt. Trotz kräftiger Befürwortung und Unterstützung
der Nachbar*innenschaft wurde leider am Montag, dem 7. Mai, geräumt.
Nachdem vier Personen freiwillig das Haus verließen, verblieben 7 weitere
versteckt am Dachboden der Schachtel. Die Besetzer* innen verweigerten
erfolgreich die Bekanntgabe ihrer Identitäten. Nach stundenlanger Ratlosigkeit
der überforderten Bullen und dem verspäteten Aufsetzen eines Räumungsbescheids (vor Ort!)
wurden die Aktivist*innen teils sehr unsanft vom Dachboden abgeseilt.

Solidarität kam während der Räumung von allen Seiten. Nicht nur vor der Schachtel hatte sich
eine größere Gruppe von Mitstreiter*innen versammelt, auch Schulkinder bekundeten durch
ACAB-Rufe ihren Unmut über die Räumung. Währenddessen wurden vom Dach des Nebenhauses
unter anderem Geschichten von „Kevin, dem kleinen Kiwara“ zum Besten gegeben. Auf der Straße
ertönte No je ne regrette rien.

Drei solidarische Personen weigerten sich, den Platz vorm Haus mit Blick auf das Geschehen zu
verlassen. Sie wurden kurzzeitig verhaftet und aufgrund mangelnder Ressourcen (zu wenig Bullen,
kein Klopapier...) nach nicht einmal einer Stunde und ohne dass ihre Identitäten festgestellt werden
konnten wieder freigelassen.

Zwar konnte die Räumung nicht verhindert werden, jedoch wurden in dieser
Woche viele Leute mit unterschiedlichen Backgrounds mobilisiert, wodurch, wenn auch nur für
kurze Zeit, ein gut organisierter selbstverwalteter Raum entstehen konnte. Wer weiß was alles
möglich wär, wenn sich bei jedem Projekt so viele Menschen einbringen würden? Das nächste wird
auf jeden Fall nicht lang auf sich warten lassen, also haltet Augen und Ohren offen und Bananenschachteln
bereit!

Weitere Infos unter https://memuh.noblogs.org/
...was memuh bloß bedeutet??
...was es bloß grad macht?

 


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Zur eigenen Geschichte: Eva Kotchever

(Chava Zloczower/Czlotchebe) war eine polnische, jüdische, lesbische Anarchistin die in New York eine
Kneipe (tearoom/speakeasy) namens Eve`s Hangout mit ihrer Partnerin Ruth Norlander führte. Beide
waren mit Emma Goldmann befreundet und hatten davor ein schwulenfreundliches, anarchistisches
Cafe namens „The Grey Cottage“ in Chicago betrieben.

An der Tür von Eve`s Hangout war ein Schild angebracht auf dem stand „Männer sind zugelassen aber nicht willkommen“ („men are admitted, but not welcome“).
Mitte der 1920er Jahre kam es in dem Stattteil „the Village“ vermehrt zu Razzien gegen Lesben- und
Schwulenclubs. Im Zug dieser Repression betrat auch eine Undercover-Polizistin am 17.06.1926 das
Lokal von Eva und verwickelte sie in ein Gespräch. Eva zeigte ihr im Laufe der Konversation eine Sammlung
von Kurzgeschichten mit dem Titel „Lesbian Love“, die sie geschrieben hatte. Außerdem hätte sie
sich der Polizistin auf sexuelle Art und Weise genähert. Sie wurde deshalb wegen „disorderly conduct“ (Störung der Ruhe) und Besitz obszönen Materials verhaftet, zu einem Jahr Zwangsarbeit verurteilt und danach nach Europa deportiert.

Dort eröffnete sie in Paris einen Club und eine Buchhandlung und ging in den 1930ern nach Spanien, um gegen Franko zu kämpfen. Eva kehrte danach nach Frankreich zurück, um an der Sorbonne zu studieren und wurde 1943 als Jüdin aufgegriffen und nach Auschwitz deportiert, wo sie am 17. Dezember 1943 ermordet wurde.

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“MARSCH FÜR DIE FAMILIE” DIE HÖLLE HEISS MACHEN!

Samstag 16. Juni 2018, 1010 Wien

Am 16. Juni 2018 veranstalten christliche FundamentalistInnen wie jedes Jahr den “Marsch für die Familie” in der
Wiener Innenstadt. Bewusst wählt die “Plattform Familie”, wie sich die VeranstalterInnen nennen, den Tag der Regenbogenarade, um gegen LGBTIQ+-Rechte und queer-feministische Forderungen zu protestieren.
Mit Slogans wie beispielsweise “Ehe nur zwischen Mann und Frau”, “Kein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche
Paare” oder “Unantastbares Lebensrecht ab der Empfängnis” propagieren die Fundis einerseits ein traditionalistisches, reaktionäres und patriarchales Familienmodell.

Andererseits werden die rechtliche Gleichstellung, Sichtbarkeit und Lebensweise(n) von LGBTIQ-Menschen in den Dreck gezogen. Des Weiteren stellen die Fundis wichtige (queer-)feministische Errungenschaften wie die Fristenlösung (Straffreiheit bei Schwangerschaftsabbrüchen bis zum 3. Schwangerschaftsmonat) in Frage.
Die “Plattform Familie” setzt sich zusammen aus radikalen Abtreibungsgegner_innen, wie “ProVita” und anderen bekannten antifeministischen, homophoben und nationalistischen Gruppierungen und Einzelpersonen, wie dem “Verein Okzident”, “PEGIDA Österreich”, dem “Wiener Akademikerbund”, der “Liga für Sozialhygiene”, Ursula Stenzel, Markus Franz uvm.
(Hintergründe siehe: fida-blog.info)

Dass solche Forderungen (noch immer bzw. wieder einmal) breiten gesellschaftlichen Zuspruch erhalten, zeigt das Regierungsprogramm der derzeitigen schwarz-blauen Koalition, mit dem ebenfalls krampfhaft versucht wird, an einem binären, stereotypen und heternomativen Geschlechterbild festzuhalten, wenn von der “Verschiedenheit von Mann und Frau” die Rede ist. Auch plant die derzeitige Regierung mit der Einführung einer verpflichtenden
Beratung eine Verschärfung im Hinblick auf Abtreibungen.
Es kotzt uns an, dass bisher Erkämpftes permanent weltweit verteidigt werden muss, anstatt, dass gesellschaftliche emanzipatorische Kämpfe vorangetrieben werden können. Wir fordern eine Gesellschaft, in der jede_r frei über ihren_seinen Körper bestimmen und selbstbestimmt leben kann.

“MARSCH FÜR DIE FAMILIE” DIE HÖLLE HEISS MACHEN!
MY BODY – MY CHOICE!
SMASH THE CIS-TEM!
ZERSTÖRT DAS PATRIARCHAT – IMMER UND ÜBERALL!
FIGHT HETERONORMATIVITY!

 

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Frankreich: Bilanz der Woche vom 23. – 29 April 2018
Zad von Notre Dame des Landes – Polizeiarbeit verletzt!

Diese Woche, während dieser Periode der „Feuerpause“ und der einfachen “Säuberung der zerstörten
Lebensräume und der Aufrechterhaltung der Ordnung”, beklagen wir, das „Medizinische Team
der Zad“ & das Kollektiv von Sanitäter*innen , 33 Verwundete, wobei 14 Personen, von „Grenades
de Désencerclements“ getroffen wurden, darunter eine Bauch- und eine Gesichtsverletzung
und ein Person, die evakuiert werden musste. 12 von Flash-Balls getroffene Personen, einschließlich
Bauchverletzung und Fraktur. 2 Personen mit Verletzungen im Brustraum, eine Person, die
eine Panikattacke erlitten hat, gefolgt von einem Zustand einer postraumatischen Belastungsstörung
aufgrund eines Gasangriffs und körperlicher Handlung: Atemnot durch Einwirkung der
Polizei, ; 2 Personen mit Hörtrauma durch die Granate des Typs GLI-F4 ; 1 Person erleidet Verbrennungen
durch den Fall einer heißen Tränengaskartusche, ; 1 Person ist vom Gas intoxiniert.
Hinzu kommen die kurz-, mittel- und langfristigen Folgen der verschiedenen Verwundungen,
Schwierigekeiten sich zu bewegen, beim Fahren, ,heftiger und anhaltender Schmerz,
Narbenbildung, Arbeitsunfähigkeit, zahlreiche posttraumatische Belastungssyndrome …

Wir erinnern daran, dass seit dem 9. April, dem Beginn der Zwangsräumungen, 305 Verletzte registriert
wurden. Diese Zahl ist immmer noch zu niedrig, weil nicht alle Verletzten durche unseren
medizinischen Stationen unterstützt wurden. Genauer möchten wir über den Evakuierungsfall
dieser Woche berichten. Eine Person ging zu einem medizinischen Posten und hatte einen tiefen Riss
am unteren Oberschenkel, über dem Knie. Zwei Tage später zeigten sich Anzeichen einer Infektion.
Also haben wir uns entschieden, die betreffende Person ins Krankenhaus zu überführen. Sie musste
operiert werden, um den Splitter von zwei Zentimeternn zu entfernen. Sie wurde mit vier Stiche
genäht und benötigte eine Antibiotikatherapie.

Dieser Splitter ist eines der Teile, das für den Mechanismus einer Art Granate verwendet wird.
Dies ist der vierte Fremdkörper dieser Art, den wir seit Beginn der Vertreibungen im Fleisch
finden. Einer wurde aus einem Oberschenkel extrahiert. Für die anderen drei Verletzten
war die operative Entfernung im Operationssaal notwendig (wie oben beschrieben). Die
zweite Person, die in den Krankenhausdienst überwiesen worden war, hatten Splitter in gefährlicher
Nähe zur Wirbelsäule (1 oder 2 cm). Die dritte Person hatte den Splitter in der Wade.
Wir sind deshalb heute sehr besorgt, Splitter im tiefe Gewebe zu finden und auch in der Nähe lebenswichtiger
Bereiche. Diese üngünstig liegenden Splitter können dramatische Folgen für die Betroffenen haben. Wir warnen die Präfektur und die Gendamerie erneut: Es ist für die Sicherheit der Menschen unbedingt notwendig, dass es aufhört!
Hier sehen wir seit dem 9. April weiterhin den potenziell tödlichen Einsatz von Polizeiwaffen, die verletzen,
verstümmeln, traumatisieren und bald töten, wenn diese Brutalität des Einsatzes fortdauert.
infos: zad.nadir.org

 

 

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Über die Razzien im Kalabal!k und bei vier Privatwohnungen in Berlin

Kurz vor dem Start der Diskussions- und Chaostage, die ab morgen in Berlin stattfinden
werden, haben die Bullen heute früh schon mal vorgelegt, als gäbe es nicht schon genug
Gründe auf die herrschenden Verhältnisse wütend zu sein.

Heute Morgen gegen 5:15 Uhr sind die Bullen mit einem beachtlichen Aufgebot in der
Reichenbergerstrasse in Berlin Kreuzberg vorgefahren und haben sich mit der Flex Zugang
zu der Anarchistischen Bibliothek Kalabal!k verschafft, weiter wurden eine Wohnung im
selben Haus und drei weitere in Neukölln und Tempelhof aufgebrochen. Dabei wurden zwei
Personen fest genommen und in die Gesa nach Tempelhof verschleppt. Dort wurden beide
einer ED-Behandlung unterzogen und eine Person zur Abgabe der DNA genötigt.
Offizieller Vorwand für die Razzien bei den Privatwohnungen war laut richterlichem Beschluss
das Plakatieren eines Fahndungsaufrufs unter dem Titel „Terroristen gesucht“. Dieses
zeigt die Fressen von Scholz, Dudde und Grote, den Verantwortlichen des G20-Gipfels letzten
Sommer in Hamburg, sowie ihrer Schlägertruppen von der Bereitschaftspolizei. Beim
Kalabal!k ging es primär um das Anbringen eines Outingplakates an der Tür, auf dem einige
PMS`ler vom Staatsschutz abgebildet sind.

In der Bibliothek wurden Laptops, Computer und Festplatten, sowie einige Exemplare der
beiden oben genannten Plakate sowie ein Nazi-Outingplakat geklaut, ansonsten hielt sich
die Unordnung einigermaßen in Grenzen. Bei den Privatwohnungen sind die Bullen wesentlich
rabiater vorgegangen. Sie hatten offensichtlich Vergnügen daran größtmögliches
Chaos zu hinterlassen.

Mit Blick auf die kommenden Tage sehen wir das als eine Einladung, dieses Chaos an den
Absender zurückzuschicken und ihren Frieden zu stören. Eine Möglichkeit dazu, bietet die
Demo für anarchistische Gefangene am Samstag 18 Uhr am Herrfurtplatz in Neukölln.
Aus dem Aufruf: „Wir werden nicht mit dem Staat, den wir ablehnen und zerstören wollen,
verhandeln. Vor allem nicht, wenn wir unsere Solidarität mit denen zeigen, die eben dieser
Staat hinter Gittern und hohen Mauern von uns isoliert.“
Euer Kalabal!k

https://kalabalik.blackblogs.org/

 

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Programm

 

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Anarchistische Büchermesse
Wien 1.-3. Juni
Keplerplatz, 1100 Wien bei Schlechtwetter im EKH

Von 1.-3. Juni wird es in Wien im 10. Bezirk eine anarchistische Büchermesse geben. Voraussichtlich werden wir am Keplerplatz sein (bei schlechten Wetter im EKH). Hiermit wollen wir alle einladen, die Lust haben, gemeinsam mit uns ein Wochenende voller anarchistischer Literatur, Propaganda/Agitation und Austausch mit Vorträgen, Workshops und Büchertischen zu gestalten.
Unsere Intention ist es anarchistische Ideen in die Öffentlichkeit zu tragen, und darum haben wir uns entschieden die Büchermesse bei geeigneten Wetter an einem belebten Platz zu veranstalten. Wir hoffen auf gutes Wetter, haben aber auch die Möglichkeit in das EKH auszuweichen.
Anarchismus ist für uns etwas, das nicht in Büchern festgeschrieben ist, sondern lebendigen Austausch und Diskussion erfordert. Dies wollen wir durch die Büchermesse ermöglichen.
Wenn ihr euch beteiligen wollt, in welcher Form auch immer, schreibt uns an:
a-bookfair-vienna [ät] riseup [punkt] net

Programm:
Ausstellung “They walk like the State. Polizeikontrollen auf den Straßen Wiens” von “Kieberei, was geht?”

Freitag:
14:00 Mona & Hummel (Konzert)
15:00 – 17:00 ‘1884’ Propaganda der Tat und anarchistische Agitation im Österreich des 19. Jahrhundert
17:30 – 19:30 “Olga Misar” – Brigitte Rath
17:30 – 19:00 Parko Film (38min)

Samstag:
12:00 Drahns (Konzert)
13:00 – 15:00 “Anarchismus in Bulgarien: kurze Geschichte und die Lehre daraus“
15:00 – 16:30 “Die andere Arbeiter_innenbewegung 1918 / 1919 in Wien. Räte und Föderation, eine revolutionäre Alternative zur Republik?”
15:00 – 17:00 Antirepressionsworkshop
17:00 – 19:30 Warschau + Film
14:00 – 17:00 Buchbindeworkshop
20:00 – 21:30 Verdrängung hat viele Gesichter (94min)
ab ca 21:00 im EKH After-Bookfair-Party mit Bierkistenklettern, Sleeples, Xindel

Sonntag:
13:00 – 15:00 Gebt’s de Häusln her, es Häusln! Diskussions- und Infoveranstaltung zur Geschichte und zum Verständnis der Wiener Besetzungsbewegung

https://abuchmesse.noblogs.org/

 

 

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Sonntag, 03.06. | 14 Uhr

Weibafrühstück

Sowie jeden ersten Sonntag im Monat gibt es ein
leckeres veganes Buffet gegen Staat,Patriarchat und (Hetero-)Sexismus.
!!! Austausch erwünscht, purer Konsumismus nicht !!!

 

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Donnerstag 07.06. | 20 Uhr

ABC goes Politbeisl: Infoveranstaltung zu anarchistischen Langzeitgefangenen

Seit 2010 gibt es jedes Jahr am 11. Juni den internationalen Tag der Solidarität mit Marius Mason und anderen anarchistischen Langzeitgefangenen. (Bereits ab 2004 war der 11. Juni ein Solitag, ursprünglich für den “Greenscare”-Gefangenen Jeff”free” Luers.) Diesen Tag wollen wir zum Anlass nehmen um euch einige Gefangene aus verschiedenen Ecken der Welt etwas näher zu bringen.

Mit der zunehmenden Repression gegen emanzipatorische antiautoritäre Menschen und Bewegungen wird auch Solidarität immer wichtiger.

No one forgotten! Nothing forgiven!


11. Juni 2018: Ein Tag gegen Vergessenheit
Der 11. Juni ist ein internationaler Tag der Solidarität mit Marius Mason und allen anarchisti-schen Langzeit-Gefangenen. Ein Funke in der ewigen Nacht, staatlicher Repression. Ein Tag, an dem vorgesehen ist, diejenigen zu honorieren, die uns weggenommen wurden. An diesem Tag teilen wir Lieder, Veranstaltungen und Aktionen, um unsere gefangenen Gefährt*innen und Nahestehenden zu feiern. In vergangenen Jahren waren die Feiern
zum 11 Juni international und breit gestreut – von Selbstversorger*innenpartys mit Freund*innen, bis zu verschiedenen inspirierenden Angriffen; von Spendenaktionen und Briefschreibeabenden für Gefangene bis hin zu den nicht erzählten und unbekannte Wegen, wie wir die Flamme am Leben erhalten. (…)

Update zu den Gefangenen
Während des vergangenen Jahres waren unsere inhaftierten Gefährt*innen, mit unversehrter Integrität, den kalten Augen und gewalttätigen Händen des Staates ausgesetzt. In Chile versuchte Tamara Sol aus dem Gefängnis zu entkommen und wurde dabei ernsthaft verletzt und überführt: Zunächst in ein Hochsicherheitsgefängnis in Santiago und dann zum besonders brutalen Llancahue Gefängnis in Valdivia. Die „Casa Bombas 2” wurden beendet. Juan Flores wurde für mehrere Bombenanschläge in Santiago schuldig befunden und zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt. In Deutschland wurde Lisa zu mehr als 7 Jahren Haft verurteilt. Sie wurde für schuldig befunden eine Bank in Aachen ausgeraubt zu haben. Im Februar wurde sie in die JVA Willich II überführt. In den Vereinigten Staaten, ging Walter Bond für sechs Tage in den Hungerstreik. Er forderte vegane Mahlzeiten, ein Ende der Eingriffe in den Briefverkehr und die Überführung nach New York, wo er nach seiner Entlassung leben möchte. Als Vergeltungsmaßnahme ging es für ihn in die „Communications Management Unit“ in Terre Haute, Indiana. In Griechenland, unternahmen Pola Roupa and Nikos Maziotis einen Hungerstreik für fast 40 Tage. Sie forderten bessere Haftbedingungen, und längere Besuchszeiten, so wie die Abschaffung der äußerst repressiven C-Typ-Gefängnisse. Dinos Yagtzoglou wurde verhaftet und ist wegen einer Briefbombe angeklagt, die einen früheren Premierminister verletzte. Sein Widerstand hinter Gittern löste einen Aufstand in drei griechischen Gefängnissen aus und garantierte seinen Forderung ins Korydallos Gefängnis überführt zu werden.

In den Vereinigten Staaten braucht der trans*anarchistische und Öko / Tierbefreiungs-Gefangene Marius Mason mehr Briefe. Er mag es, Artikel über Tierrechte, Umweltaktivismus, Widerstand zur „Alt-Right“, Black Lives Matter und andere Gefängniskämpfe, zu bekommen. Das „ Carswell Federal Medical Center“ in dem Marius die letzen vergangenen Jahre einsitzt, ist eine bekanntermaßen restriktive und brutale Eintichtung. Zur Zeit verweigern sie ihm medizinische Unterstützung für seine, ihm zugesagte Geschlechtsumwandlung und ebenso angemessene Wahlmöglichkeiten für vegane Mahlzeiten.

Der 11. Juni ist eine Idee, nicht nur ein Tag. Jeder Tag ist 11. Juni. Und Ideen sind unverwundbar.Last uns das restliche Jahr mit Leben erfüllen und forführen, das Leben anarchistischer Gefangener zu feiern, indem wir ihre Kämpfe an ihrer Seite gemeinsam mit ihnen fortführen.

In aller Kürze: Es ist ein Aufruf, als rufen wir euch auf. Der 11. Juni ist das, was ihr daraus macht. Folgt euren Herzen und erfüllt die Welt mit wundervollen Gesten. Es gibt keine
Aktion, die zu klein oder zu groß ist.

Quelle: https://de-contrainfo.espiv.net/

 

 


 

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Freitag 8. Juni Textdiskussion „Ist der Anarchismus noch zu retten? “

19:30 im Infoladen

Diesmal soll der Text „Ist der Anarchismus noch zu retten?“ besprochen werden.

“Zu den besonders hartnäckigen Mythen gehört die Vorstellung, die libertäre Gesellschaft müsse eine Gemeinschaft Gleichgesinnter sein, quasi ein Zusammenschluss von Überzeug-ungstätern. Nur wenn Menschen ein hohes Niveau gemeinsamer libertärer »Standpunkte« erreicht hätten, könnten sie auch mit libertären Strukturen zurechtkommen.
[...] Demnach müssten sich alle Menschen auf eine verbindliche Norm einigen und diesen Standard kollektiv erreichen. Mit anderen Worten: Sie müssten sich gleichmachen.”

“Die Tatsache, dass in unseren Gesellschaften das soziale Zusammenwirken von Menschen mittels Hierarchie und Vereinzelung denkbar schlecht organisiert ist, hat dazu geführt, dass der Anarchismus kollektive Modelle entwickelte, die möglicherweise besser sind. Das bedeutet aber nicht, dass auf einmal alles kollektiv zu geschehen habe. Praktische Kollektivmodelle können hervorragende Lösungen bieten, dogmatische Kollektivideologie aber ist das Ende von Freiheit und Vielfalt. Heraus kommt das graue Einheits‑Mittelmaß. Wer aber hat denn gesagt, dass man sich entscheiden müsse zwischen entweder kollektiv oder individuell?”

Der Text ist zu finden unter:
https://anarchistischebibliothek.org/library/horst-stowasser-ist-der-anarchismus-noch-zu-retten

Wir stellen jeden zweiten Freitag im Monat einen Text zur Diskussion. Diese Diskussionen stellen einen Versuch dar, eine anarchistische Debatte in Gang zu setzen. Wir wollen weder Expert_innen, noch Konsument_innen. Kommt bitte vorbereitet, lest den Text und macht euch dazu Gedanken (evtl. Notizen). Wir wollen unsere Ideen und Vorstellungen teilen und diskutieren um unsere Kritik zu schärfen.

 

 

 

 

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Freitag 08. Juni SOLI-PARTY FÜR DAS NEUE SOCIAL CENTER AKAB OKRETNICA
(BELGRAD/SERBIEN)

Wir machen eine Soli-Party! Für das Social-Center AKAB Okretnica in Belgrad! Der kollektive Raum hat erst vor wenigen Monaten aufgemacht hat. In dem Raum gibt es ein anti-authoritäres Jugendprojekt, den Infoshop Furija und Veranstaltungsräume. Das Geld wird dort dringend für die Miete gebraucht.

“Social center ‘AKAB Okretnica’ is a collective space for socializing, organizing, playing, discussions, workshops and all that involves solidarity self-organization. We want our space to be a point in a network of solidarity and mutual aid in a common struggle against an oppressive and exploitative system. The space is way to realize a goal, not an end in it self.
Our space is anti-nationalist and antifascist. These ideologies as well as their propagators are not welcome and will not be tolerated. Adequate measures will be used for their removal. We are against sexism, racism and homophobia, and realize that in confronting these issues it is necessary to start from our selves.
Autonomy is an important aspect of our space. By that we mean that our space is not a commercial one, we maintain to rely on our own resources, as well as on solidarity from comrades. We do not rely on the help of the state/capital and their funds and institutions.”
https://okretnica.noblogs.org/

Шaпκa (Schapka): “Punk, DIY, Hip Hop, Noize, Lärm, Katsching TuffPeng..” “Шaпκa wird manchmal als „wanker“ gelesen, finden das lustig. Schapka kann das was notwendig ist: berühren, motivieren, solidarisch sein und eigentlich überhaupt das Meiste. Manchmal wird geschrien, manchmal geflüstert. Manchmal wird nach dem Konzert gefragt, was das eigentlich für ein Genre ist. Es gibt unterschiedliche Antworten: Grrrlskrach.
Glamour. Lärm. Wahrheit. Schall. Rauch. Definieren Punk für uns neu: feministisch, queer, undogmatisch, divers, links.”
https://schapka.bandcamp.com/

Susi Molotow: “GRRL RIOT PUNK-ROCK”
“Susi Molotow macht mit Schlagzeug, Gitarre und Geschrei zu zweit punkigen Lärm, mit Melodien die im Ohr hängen bleiben. Die Kritik an der Gesellschaft und deren Normen ist grundsätzlicher Bestandteil der Lieder. Mit Musik machen Wut loswerden und alles rausschreien.
Verschwitzt und behaart gegen Macker!”
susimolotow.noblogs.org/

plus: *Küche Für Alle *Cocktails *Politische Inhalte
Doors open: 20h, Freie Spende

 

 

 

 

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Montag 11. Juni Tinnitus Concerts presents
STOLEN KIDNEYS // HUMANITY IS ACURSE

Stolen Kidneys
Grim, dark and harsh sluge metal with dissonate hardcore tones from Finland.
https://stolenkidneys.bandcamp.com

Humanity is a curse
Sludge-crust trio based in Berlin influenced by heavy music and planet earth’s social, political and ethical issues.
https://humanityisacurse.bandcamp.com/releases

 

 

 

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20.06.-24.06. Haus und Hoffest

Mittwoch, 20. Juni
Sektempfang & Buffet

Donnerstag, 21. Juni

Cover Night mit Arbeiterinnen- und Partisaninnen Lieder, Georg Kreisler, Weird Al Yankovic, Boy Groups, NOFX

Freitag, 22. Juni
Kandiro (CH), Bourgeoise Propaganda (AT), tba

Samstag, 23. Juni
Holy Locust (US), Florin and the Machine (AT), Gfrast

Specials: Ostblock Bar, Escape Room, ...

 

 

 

 

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"Bleiberecht für alle,
jetzt sofort"